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von Michaela Glawischnig am 23.03.2016 geschrieben
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Was ist Ostern?

Das Osterlamm mit Kärntner Reindling - © Kärnten Werbung - Franz Gerdl© Kärnten Werbung - Franz Gerdl

Das Osterlamm mit Kärntner Reindling

Nach den langen, dunklen Wintermonaten wächst die Sehnsucht nach bunten Frühlingsblumen und dem ersten Vogelgezwitscher von Tag zu Tag. Während die Natur überall anders noch im Winterschlaf liegt, regt sich im Süden Österreichs schon der eine oder andere Halm und die ersten Schneeglöckchen bahnen sich mühsam den Weg durch den noch harten Boden. In Kärnten ist man bereits auf Frühling eingestellt. Und mit dem Einzug des Frühjahrs beginnt auch die Zeit der Frühlings- und Osterbräuche. Das Osterfest wird seit Anfang des 4. Jahrhunderts am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. In Kärnten zelebriert man dieses Fest mit viel Brauchtum und religiösen Gesten in ihrer ureigensten Form.

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Die Karwoche - Woche vor dem Ostersonntag

Die Karwoche (althochdeutsch kara - Klage, Kummer, Trauer) beginnt mit dem Palmsonntag. An diesem Tag werden bunt geschmückte "Palmbuschen" oder "Palmbesen" (ein aus Palmkätzchen und Weidenruten gebundener Strauß) in die Kirche getragen und dort geweiht. Von Ort zu Ort verschieden werden dann die geweihten Palmbuschen entweder im Herrgottswinkel aufbewahrt, auf das Dach geworfen, um das Haus vor Unglück zu schützen oder als Schutzmittel auf Babywiegen und Ehebetten gelegt. Und übrigens: wer am Palmsonntag lange schläft und als Letzter aus dem Bett steigt, der bekommt den nicht erstrebenswerten Titel "Palmesel".

Die Bräuche in der Karwoche stellen die traurigen Geschehnisse der Kreuzigung Christi dar. Viele halten sich in der gesamten Woche mit dem Genuss von Fleisch und anderen Leckereien zurück und fasten. Spätestens aber ab dem Gründonnerstag sollte man auf jegliche Art der Genüsse verzichten. Anstatt deftigem Essen wird in Kärnten an diesem Tag Spinat serviert. Und auch der Geist und die Seele sollten fasten.

Der Karfreitag wird als Todestag von Jesus Christus angesehen. Am Ostersonntag hat ein Engel den Grabesstein beiseitegeschoben und die Auferstehung Jesu verkündet. Obwohl die Grabstätte keinen Leichnam mehr beherbergte, waren die Jünger des Herrn zweifelnd. Erst, als ihnen am Ostermontag der auferstandene Jesus Christus erschien, waren ihre Zweifel am göttlichen Wunder beseitigt und sie verbreiteten die frohe Botschaft um die wahrhaftige Auferstehung ihres Herrn.

Karsamstag - das Ende der Fastenzeit

Der Karsamstag ist der letzte Tag der Karwoche. An diesem Tag, dem Tag der Grabesruhe Jesu, gedenken die Christen an den Abstieg Jesu in die Unterwelt.

Als Brauch finden an diesem Tag rund um die Mittagszeit in ganz Kärnten die Fleischweihen statt: die Osterkörbe sind prall gefüllt mit Kärntner Köstlichkeiten. Zu einer echten Kärntner Osterjause gehören Schinken, Eier, Kren, Rindszunge, Selchwürste und das Osterbrot bzw. der Reindling. Bevor der Tisch aber gedeckt wird und man sich wieder den leiblichen Genüssen hingeben kann, wird die Jause geweiht. Im Anschluss daran wird aufgetischt und nach einer 40-tägigen Enthaltsamkeit schmecken Schinken und Würste doppelt so gut. Achten sollte man auch auf die Wahl der Eier. Wer beim Eierpecken verliert, muss das Seine nämlich dem Gegner abgeben. 
In der Nacht auf den Ostersonntag wird die Auferstehung Christi gefeiert. Dazu wird begleitend vom dumpfen Klang der Böller überall das Osterfeuer entzündet. Die Wege durch Kärnten sind in dieser Nacht umgeben vom fackelnden Feuer der Osterhäufen und der Fackelträger, die über Wiesen und Felder wandern um diese vor Hagel und Unwetter zu schützen.

Die Osterzeit ist auch eine besondere "Hoch-Zeit" für die Gotl oder den Goter (Taufpate). Die Patenkinder werden beschenkt und bekommen den "Gotenstrutz" (entweder ein Kärntner Reindling oder eine Art Osterbrot), in dem meistens eine Münze steckt. 
Gespickt mit lauter alten Traditionen und Brauchtum ist die Osterzeit in Kärnten eine intensiv gelebte und kaum vergleichbare Zeit, in der viel Glaube und auch viel Abwechslung für große und kleine Osterhasen steckt. 

In diesem Sinne wünschen wir euch schöne, besinnliche und ruhige Osterfeiertage!
 

Quelle: www.kaernten.at

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