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Aktuelles aus Villach & Umgebung
von Walter Widemair am 02.03.2016 geschrieben
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Achtlos - herzlos - gefühlstot

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Sonntag, 22. 02. 2016 ... Morgenspaziergang von Steinfeld nach Lengholz ... auf dem Rückweg um 09:45 Uhr ... ein Aufschrei ... Blutspuren im Schnee ... 20 Meter lang ... wir sehen nach ... und schrecken zusammen.

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Rasch lässt sich rekonstruieren, was hier geschehen sein musste. Ein auf der neuen Umfahrung offensichtlich von einem Auto angefahrener Hirsch sitzt völlig verschreckt im Graben unter der Böschung, Hals und Kopf fibrieren, zittern.  Sein Atem ist ruhig ... seltsam ruhig ... er ahnt, was ihm bevorsteht ... und hat Angst ... große Angst ... Todesangst. Als er uns bemerkt, versucht er, zu fliehen. Einige Meter gelingt das auch ... seine Hinterbeine zieht er dabei nach ... schrecklich ... man sieht Knochen, Sehnen, Knorpel, Blut ... das Tier bricht zusammen ... resigniert ... und schaut uns verzweifelt an ... "Helft mir!"

"Ich kann nicht mehr!" - © privat© privat

"Ich kann nicht mehr!"

Ich reiße sofort mein Handy aus der Anoraktasche ... bin aufgebracht ... tippe schnell die 133 ein ... Polizeinotruf ... man verbindet mich umgehend mit dem Posten Steinfeld ... gleich danach die Info: "Habe die Jäger schon verständigt, es kommt gleich jemand!" ... Wir warten ungeduldig ... die Frau stellt sich auf die Straße ... er könnte vor Panik ja noch versuchen, ... 10 Minuten später: "Gott sei Dank!" ...  ein Jeep ... 3 Jäger ... der erlösende Schuss ... "Mach’s gut!" 

"Das war ein Einjähriger" meint einer der Jäger. - © privat© privat

"Das war ein Einjähriger" meint einer der Jäger.

Die Verantwortlichen der Jägerschaft haben schnell und kompetent gehandelt. Das verdient ein ehrliches "Dankeschön!" Der diensthabende Polizist war überaus bemüht und hat kurz nachher sogar noch einmal nachgefragt, ob wohl alles in Ordnung ging. Auch das verdient ein ehrliches, herzliches "Danke!"

Erschreckend! - © privat© privat

Erschreckend!

Das schwerst verletzte Tier hat es überstanden ... wir aber nicht. Immer wieder in den Folgetagen holt uns das Erlebte ein: "Wie lange musste der arme Kerl leiden?" Und: "Was sind das für Menschen, die nach einem Wildunfall einfach weiterfahren ... abhauen ... rücksichtslos, achtlos, herzlos und gefühlstot? Was denkt sich so ein ‚Held des Straßenverkehrs’? "Ist ja nur ein Viech, und so, wie es sich angehört hat, krepiert der ohnehin bald einmal, oder er is’ eh schon tot! ... Hoffentlich fehlt meinem Auto nicht mehr, das wär’ ganz schön beschissen!"

Erlöst! - © privat© privat

Erlöst!

Vor wenigen Tagen ... ein zufälliges Treffen mit einem Jäger ... wieder beim Spaziergang am Vormittag ... auf dem selben Weg ... ... es schneit ... wir erzählen dem Weidmann von der Sache ... wie Recht er doch damit hat, was man mit so einem Kerl machen sollte ... seiner Meinung nach ... es ist auch unsere Meinung ... als Menschen, die Respekt vor dem Tierleben haben ... Achtung vor den Hilflosen!

Wir werden unser Erlebnis weitererzählen ... auch wenn es für manche harmlos und unbedeutend klingt ... und unserem "ehrwürdigen" Vollbringer dieser Heldentat ... diesem ach so vorbildlichen Zeitgenossen ... "Heuchler" sagen manche heute noch dazu ... dem wünschen wir, dass es auch ihm einmal so ergehen soll ... wenn er in Not ist ... dass die Anderen einfach vorbeisehen, weiterfahren ... genauso rücksichtslos, achtlos, herzlos und gefühlstot!

Kontakt

Walter Widemair

Telefonkontakt: +43 (0)650/2044 244

E - Mail: 22011958ww@gmx.at

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Diskussion
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Wenn ich sowas lese, dann kommen mir die Tränen 😢 Leider keine Seltenheit in diesem Bereich. Mir fällt dazu nur folgender Spruch ein: " Charakter ist wie ein Reisepass, er zeigt sich an den Grenzen der Menschlichkeit." Man sagt nicht grundlos: Man erkennt am Umgang mit Tieren wie groß das Herz eines Menschen ist.

CARMEN K
05:22 - 05.03.2016
geschrieben auf www.steinfeld.newsantworten
walter widemair

Guten Morgen, Carmen! 05:22 Uhr ... Auch Du bist Frühaufsteherin ... Gut so, denn da hat man mehr vom Leben ... mehr Zeit "zum Leben". Das hat man aber auch, wenn man. ... so wie Du ... zu seinen Gefühlen steht und ein Herz für Tiere hat ... mit dem "Reispass" als Charakternachweis hast Du wohl Recht ... Bei Dir ist keine "Passkontrolle" notwendig ... auch nicht um 05:22 Uhr ... wenn Andere noch schlafen ... verschlafen ... und nicht die Courage und den Willen besitzen, sich in Worten zu so einer Schandtat zu äußern ... und sich ohne den Reisepass von Moral und Rückgrat stumm und unerkannt durch's Leben schwindeln ... leider sehr erfolgreich ... weil man einer von vielen ist - Liebe Grüße an Dich ... Bleib so, wie heute schon um 05:22 Uhr ... wenn fast alle Anderen noch schlafen. Herzlich Walter Widemair.

walter widemair
06:29 - 05.03.2016
geschrieben auf www.steinfeld.newsantworten
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Ich hoffe, dass diesem idiotischen, egoistischen Volltrottel nicht auch einmal ein Unfall passiert und keiner hilft ihm. Diesem Charakterschwein ist es völlig egal ob ein Tier leiden muss oder nicht. Es ist nicht meine Art mit solchen vulgären Wörtern umzugehen, aber dieses A........ verdient es nicht anders, außerdem koche ich vor Wut! Nicht-Frühaufsteher Fritz Linko

Fritz Linko
00:12 - 06.03.2016
geschrieben auf www.steinfeld.newsantworten
Gernot U.

Wenn Fluchttiere, auf die Straße springen, mit deren Hufen am Asphalt aus/rutschen, so fast liegend mit deren Läufen z.b. unter die Räder kommen, evtl. gar bei einem Schwerfahrzeug unter die Hinterräder!? Viele sind slbst Autofahrer, unvorhergesehenes passiert sehr schnell. Ich glaube eher, dass der oder die LenkerIn das gar nicht bemerkt hat. Schlechte Sicht, Dunkelheit, Schneefahrbahn, Kollonenverkehr tragen dazu bei.

Gernot U.
08:34 - 06.03.2016
geschrieben auf www.steinfeld.newsantworten
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Ich glaube, dass man den Aufprall eines solch großen Tieres sehr wohl spürt. Bin aber keine Expertin. Man unterstellt ja niemanden Absicht, da es auch sehr vorsichtigen Autofahrern passieren kann. Es geht lediglich darum, wenn jemand es bemerkt, dann sollte man wenigstens das Handy in die Hand nehmen und einen Anruf tätigen. Tut nicht weh und kostet auch nicht viel Zeit. Das Tier muss dann nicht unnötig leiden und wird durch einen Jäger erlöst. Bei der Versicherung ruft man ja schließlich auch nach so einem Zusammenstoß an, damit der Wildschaden am Auto finanziell abgegolten wird. Da zögert komischer Weise niemand.

CARMEN K
03:11 12.03.2016
geschrieben auf www.steinfeld.news
Susanne

Passiert leider täglich und überall. Nicht nur mit Tieren! Vielmehr ist dieser Bericht ganz toll formuliert und geschrieben.

Susanne
09:00 - 06.03.2016
geschrieben auf www.steinfeld.newsantworten
walter widemair

Liebe Susanne, lieber Gernot! Leider passieren Wildunfälle "täglich" und "überall". Mir selber ist beim Fahren mit einem kleineren Bus einmal ein Hase hereingesprungen, das Tier war auf der Stelle tot. Der dumpfe Knall, der dabei entstand, war nicht überhörbar. Wer den Zusammenstoß mit einem Hirsch nicht merkt, sollte seine Fahrtauglichkeit überprüfen zu lassen. Übrigens: bei Nebel, im Stau, auf Schneefahrbahn ... in solchen Fällen fährt auch niemand derart schnell, dass man einen derart massiven Crash nicht mitbekommt. Ob Du, lieber Gernot, der Du nicht mit Deinem ganzen Namen für Deine Auffassung einstehst, LKW-Fahrer oder Jäger bist, kann ich leider nicht feststellen, es spielt auch keinerlei Rolle, da es allemal um Anderes geht: nicht zu schweigen und vorbeizusehen, nichts mitbekommen zu haben, wenn "jemand unter die Räder kommt". ... Darum: "Augen und Ohren auf, das Leben ist da!"

walter widemair
10:22 - 06.03.2016
geschrieben auf www.steinfeld.newsantworten
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Walter, Du hast 100% ig Recht! Danke für deine mutigen, ehrlichen, und vor allem richtigen Worte. Es geht hier einfach nur darum , ein schwer verletztes Tier nicht grausam liegen zu lassen. Ist leider heutzutage ein Spiegelbild unserer Gesellschaft geworden. Traurig, traurig, traurig!!!

Fritz Linko
10:44 - 06.03.2016
geschrieben auf www.steinfeld.newsantworten
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Was wäre,wenn Tiere die gleichen Rechte hätten wie wir? Da braucht es keine Worte mehr! Lissy

Elisabeth Oberlojer
15:07 - 06.03.2016
geschrieben auf www.steinfeld.newsantworten